Was ist der Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist die Raupe eines unscheinbaren Nachtfalters. Er tritt überwiegend an Eichen auf und kann sowohl erhebliche Gesundheitsrisiken für den Menschen als auch Schäden am Baum verursachen. Seinen Namen verdankt er den langen Raupenkolonnen — den „Prozessionen" —, in denen die Tiere nachts zur Nahrungssuche in die Krone wandern.

Warum er gefährlich ist

Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen Millionen mikroskopisch kleiner Brennhaare. Diese enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das die eigentliche Gesundheitsgefahr darstellt — oft schon ohne direkten Kontakt mit der Raupe.

  • Sie brechen leicht ab und werden durch Wind über große Flächen verteilt.
  • Sie sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen.
  • Sie bleiben über mehrere Jahre reizauslösend — auch in bereits verlassenen Nestern.

Wichtig: Selbst alte, scheinbar inaktive Gespinste sind noch lange gesundheitsgefährdend. Nester niemals berühren oder eigenständig entfernen.

Entwicklung im Jahresverlauf

ZeitraumEntwicklung
September – AprilEier überwintern
AprilRaupen schlüpfen
MaiErste Nester entstehen
Mai – JuniBildung der Brennhaare
Juni – JuliStärkster Befall
Juli – AugustVerpuppung
AugustFalterflug
HerbstNeue Eiablage

Gesundheitsgefahren

Haut

  • Starker Juckreiz, Rötungen und Quaddeln
  • Ausschläge ähnlich einer Nesselsucht

Augen

  • Bindehautentzündung, starke Reizung und Schwellung

Atemwege

  • Husten, Halsschmerzen, Atemnot bis hin zu Asthmaanfällen

Schwere Reaktionen (selten)

  • Allergischer Schock und Kreislaufprobleme — in Einzelfällen ist eine ärztliche Notfallbehandlung erforderlich.

Besonders gefährdete Personen

Kinder
Forst- und Baumpflegepersonal
Garten- und Grundstücksbesitzer
Mitarbeitende von Bauhöfen
Spaziergänger
Schul- und Kita-Personal
Hundehalter
Pflegekräfte von Außenanlagen

Einen Befall erkennen

Nester

Weiße bis graue Gespinste am Stamm, an Astgabeln und an stärkeren Ästen.

Raupen

Dunkelgrau, lang behaart, häufig in geschlossenen Kolonnen unterwegs.

Fraßschäden

Teilweise oder vollständige Entlaubung, kahle Kronenbereiche.

Im Verdachtsfall richtig handeln

Unbedingt vermeiden
  • Nester berühren oder Raupen absammeln
  • Hochdruckreiniger oder Laubbläser einsetzen
  • Nester abbrennen oder ausschlagen
Richtig reagieren
  • Befallenen Bereich absperren und Abstand halten
  • Kinder und Haustiere fernhalten
  • Fachbetrieb mit der Beseitigung beauftragen

All das verteilt die Brennhaare großflächig und verschärft die Gefahr — deshalb ist Eigeninitiative hier ausdrücklich nicht empfehlenswert.

Nach Hautkontakt

  • Kleidung sofort wechseln und bei mindestens 60 °C waschen
  • Duschen und die Haare gründlich auswaschen
  • Augen mit reichlich Wasser spülen
  • Bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen

Unser Vorgehen: Seilklettertechnik

Da wir überwiegend an hohen und schwer zugänglichen Bäumen arbeiten, erfolgt die Entfernung bei TriWork in Seilklettertechnik. So erreichen wir auch Nester tief in der Krone sicher — ohne schweres Gerät und ohne den Baum zu schädigen.

Raupen, Gespinste und Nester werden direkt am Baum kontrolliert von Hand abgenommen, sicher verpackt und fachgerecht entsorgt — mit vollständiger Schutzausrüstung. Das hält die Streuung der Brennhaare gering und ist auch dort möglich, wo Absaugtechnik nicht hinreicht. Wo es sinnvoll ist, ergänzen wir die Entnahme durch ein Absaugverfahren.

Warum frühes Handeln sich lohnt

Vorteile frühzeitiger Beseitigung
Geringere Gesundheitsgefahr
Weniger Brennhaare im Umlauf
Geringere Ausbreitung
Weniger Arbeitsaufwand
Niedrigere Kosten

Verkehrssicherungspflicht & Haftung

Als Eigentümer oder Verwalter tragen Sie die Verkehrssicherungspflicht für Ihr Grundstück. Bekannte Befallsstellen sollten zeitnah kontrolliert und bei Bedarf fachgerecht beseitigt werden — besonders an stark frequentierten Orten:

Schulen & Kindergärten
Firmenstandorte
Spielplätze & Parks
Gastronomieflächen
Wohnanlagen
Öffentliche Wege

Eine dokumentierte Kontrolle und Beseitigung hilft Ihnen, Ihrer Sorgfaltspflicht nachweisbar nachzukommen. TriWork dokumentiert jede Maßnahme.

Häufige Fragen

Kann man einen Befall verhindern?
Nicht vollständig. Regelmäßige Kontrollen ermöglichen aber ein frühzeitiges Erkennen und senken Aufwand wie Kosten.
Sind Haustiere gefährdet?
Ja. Besonders Hunde reagieren empfindlich auf die Brennhaare.
Sind alte Nester noch gefährlich?
Ja. Die Brennhaare bleiben über mehrere Jahre reizauslösend.
Darf ich selbst entfernen?
Davon ist dringend abzuraten — unsachgemäßes Vorgehen verteilt die Brennhaare großflächig.
Muss ein Befall gemeldet werden?
Das hängt von Kommune, Land und Eigentümerpflichten ab. Im Zweifel bei der Gemeinde nachfragen.
Wer haftet im Schadensfall?
Grundsätzlich der Eigentümer im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht.
Infoblatt als PDF

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Dieses Infoblatt dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt weder eine fachliche Begutachtung vor Ort noch eine ärztliche Beratung.